Mit SUUAPINGA ist in den letzten Jahren mehr entstanden als nur ein weiteres Café in München. Zwischen Nachbarschaft und Handwerk hat sich ein Ort entwickelt, der Kaffee, Bäckerei und inzwischen auch eigene Röstungen unter einem Dach vereint. Im Gespräch geht es um den Ursprung des Namens, die Entwicklung der Münchner Specialty-Coffee-Szene und den Mut, aus einer Idee Schritt für Schritt ein wachsendes Unternehmen zu formen.

Der Name SUUAPINGA klingt ungewöhnlich und weckt über die Stadtgrenzen hinaus nicht direkt eine Assoziation. Wie ist der Name entstanden und was bedeutet er für euch heute?

Suuapinga war 782 die erste namentliche Erwähnung von Schwabing, dem bekannten Münchner Stadtviertel. Seit Beginn an und über die Jahre zunehmend verdeutlicht er für uns die Wichtigkeit der (guten) Nachbarschaft und des Lokalbezugs.

München hat eine starke Kaffee- und Gastronomieszene, aber auch sehr eigene Dynamiken, hohe Mieten und hohe Erwartungen. Wie habt ihr die Stadt erlebt, als ihr angefangen habt und wie seht ihr sie heute?

München ist in unseren Augen immer etwas hinter den Trends der großen Städte wie Berlin. Das macht jedoch auch diesen nachbarschaftlichen, entschleunigten Charme aus. Je nach Konzept darf man dabei die Abhängigkeit des Viertels auch nicht außer Acht lassen.

Habt ihr das Gefühl, dass sich die Wahrnehmung von Specialty Coffee in München in den letzten Jahren verändert hat?

Bzgl. Specialty Coffee hat sich in den letzten Jahren schon einiges getan. Als wir gestartet haben, gab es in München vielleicht fünf Cafés, wo man richtig guten Kaffee bekam. Das hat sich nach fünf Jahren zum Glück geändert, und die dunkel geröstete „italienische“ Prägung verschiebt sich etwas in Richtung hellere, fruchtigere Röstungen. Die Münchner kommen nun immer mehr auf den Geschmack Specialty Coffees. Die Nachfrage steigt und somit auch das Angebot.

Wenn ihr euch an den Moment erinnert, als die Idee zu SUUAPINGA wirklich konkret wurde was war damals größer: Euphorie oder Zweifel?

Ganz klar: Euphorie und Vorfreude!

Gibt es einen Moment oder eine Entscheidung, von der ihr heute sagen würdet: Das war ein echter Wendepunkt für SUUAPINGA?

Viele prägende Dinge sind durch den Prozess und über einige Zeit entstanden. Echte Meilensteine für uns waren jedoch jede Caféeröffnung, die Bakeryeröffnung letztes Jahr und zu guter Letzt: der Start unserer neuen Rösterei in der Müllerstraße.

 

Specialty-Cafés konzentrieren sich vor allem auf Kaffee. Bei euch ist die Bäckerei ein ebenso wichtiger Teil. Warum war es euch wichtig, auch hier ein eigenes handwerkliches Fundament aufzubauen?

Einerseits, weil wir die Produkte und die Arbeit dahinter unfassbar spannend finden, und andererseits, weil es sich für uns nicht logisch anfühlte, unseren Kund:innen die höchste Qualität an Getränken anzubieten, dann aber beim Essen an Qualität zu sparen. Der Gedanke passte für uns von Anfang an nicht zusammen. Deshalb sind wir seit Tag eins stolz auf unsere handgemachten Backwaren. 

Viele Cafés träumen irgendwann davon, selbst zu rösten. Was hat euch letztlich überzeugt, diesen Schritt zu gehen?

Ähnlich wie bei unserer Bakery: das Produkt, die Vielfalt und Möglichkeiten, die sich darin verbergen. Der Plan stand als Herzensprojekt und Kernthema unserer Unternehmung für uns schon länger fest, die Umsetzung ist dahinter immer etwas komplizierter als gedacht, vor allem ab einer bestimmten Größe.

Mit der eigenen Rösterei verändert sich auch die Verantwortung für den Kaffee. Was wollt ihr mit euren Röstungen ausdrücken, was vorher vielleicht noch nicht möglich war?

Die eigene Rösterei bietet uns noch mehr eigene Planungssicherheit und die Möglichkeit, langfristig nachhaltigere, tiefere Beziehungen zu den Farmen aufzubauen. Diese Transparenz und das Wissen dahinter wollen wir noch detaillierter an unsere Kund:innen weitergeben. Außerdem haben wir nun die Kapazität, unsere Röstungen auch B2B-Kund:innen anzubieten. Denn auch die Nachfrage nach unseren Kaffeebohnen für Hotels, Büros und Gastronomien aller Art wächst stetig.

Was würde heute anders aussehen, wenn ihr damals nicht den Mut gehabt hättet, SUUAPINGA zu gründen?

So einiges. Natürlich für uns drei, aber auch für das alltägliche Leben unserer tollen Mitarbeiter:innen, (Stamm)kund:innen und allen Menschen, die zum Glück die letzten fünf Jahre Teil von Suuapinga geworden sind.

Entdecke SUUAPINGA.